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Diskriminierung von Frauen in Uganda

Eine andere Art von Diskriminierung und Unterdrückung erlebe ich hier auch in Uganda: Die Unterdrückung und Benachteiligung von Frauen.

Bevor ich nach Uganda gekommen bin, schien mir das Land relativ fortschrittlich, was die Behandlung und Gleichberechtigung von Frauen angeht. Ich hörte und las, dass viele Frauen Führungspositionen in NGOs (Non Government Organisations) einnehmen, und auch in der Politik mitwirken. Das stimmt zum Teil auch. Es gibt in jedem Distrikt von Uganda die Regel, dass mindestens eine Frau ein „Member of Parliament“, eine Stellvertreterin im Parlament, sein muss. Auch gibt es einige NGOs, in denen Frauen die Führungspositionen einnehmen. Vergleicht man jedoch den Männeranteil und Frauenanteil in Politik und NGOs, nehmen Männer immer noch weitaus mehr Plätze ein. Auch sind mehr Männer in Entscheidungen beteiligt als Frauen und alle Führungspositionen in der Wirtschaft werden von Männern besetzt. So ist es Frauen zwar „erlaubtAnteil zu nehmen, doch haben sie eigentlich nicht die Chance sich gegen die starke Männerfront durchzusetzen. Männer gelten immer noch als mehr zuverlässig, intelligent und nehmen in den meisten Fällen die Führungsposition ein.

Doch woher kommt dieses Denken?

Um den Ursprung dieses Denkens zu verstehen, muss man sich erst einmal mit der ugandischen Kultur beschäftigen.

In der ugandischen Kultur gilt der Mann immer noch als Ernährer und Oberhaupt der Familie. Er hat Kontrolle und entscheidet über alles. Die Frau muss ihm gehorchen und darf ihm nicht widersprechen. Schaut man sich zum Beispiel eine Liste an, mit all den Dingen die ein Familienleben ausmachen: Land, Haus, Geld, Ausstattung, Wasser, Schulbildung der Kinder usw., so hat der Mann über alles  volle Kontrolle, und die Entscheidungsmacht und profitiert von allem am meisten. Die Frau hingegen, kann einiges davon nutzen, jedoch gehört ihr nichts. Selbst wenn die Frau ein Einkommen besitzt, ist es der Mann der dieses verwaltet und entscheidet für was es letztendlich ausgegeben wird.

Dies führt letztendlich dazu, dass die Frau zum Eigentum des Mannes wird und Ihm auf Leib und Verderben ausgeliefert ist. Der Mann kann sich alles erlauben und seine Taten mit dem Satz „so ist das nun einmal in unserer Kultur“, begründen.

Hinzu kommt das typische Rollenbild von Mann und Frau: Der Mann als Oberhaupt der Familie, der das Geld anschafft und die Familie beschützt, die Frau als Hausfrau, die waschen, kochen und den Haushalt schmeißen muss und sich um die Kinder kümmert. Dieses Rollenbild hat sich bis heute nicht verändert. Trotzdem eigentlich fast alle Frauen arbeiten (oft sehr harte Arbeit auf dem Feld), sogar meistens mehr als der Mann, kommen sie nach Hause von der Arbeit und müssen das Essen für den Mann bereithalten. Danach wird gewaschen und geputzt und die Kinder ins Bett gebracht, während der Mann bequem vor dem Fernseher sitzt und die Frau durch das Haus scheucht. Manchmal ist es sogar so, dass der Mann keine Arbeit hat und die Frau die Familie ernähren muss und nebenbei den Haushalt schmeißt. Wenn die Frau jedoch zu faul ist oder nicht sofort das Essen bringt und es auch noch wagt etwas gegen den Mann zu sagen, wird Prügel als „Erziehungsmaßnahme“ benutzt.

Dieses Rollenbild ist so sehr in den Köpfen der Menschen verankert, dass schon bei der Erziehung der Kinder darauf geachtet wird, dass der Junge sich auf keinen Fall in der Küche aufhält, währenddessen schon kleine Mädchen beim Kochen, Waschen und Feuerholz holen helfen müssen.

Diese Fakten habe ich nicht aus einem Lehrbuch, sondern von einem Workshop in St. Francis. Dieser Workshop geht von dem Counselling Training Institute aus, und behandelt das Thema Gewaltfreiheit.

In diesem Kurs ging es vor allem um den Abbau von Vorurteilen, dem Umgang mit den eigenen Emotionen, der richtigen Erziehung von Kindern und dem typischen Frau und Mann Rollenbild. Einer der Übungen, in diesem Workshop war, dass sowohl Frauen als auch Männer aufschreiben sollten, was sie sich von dem anderen Geschlecht wünschen. Bei den Frauen kamen Antworten wie: „Bitte Männer erlaubt uns unser Einkommen zu behalten, erlaubt uns und Organisationen anzuschließen, Männer bitte schlagt uns nicht“, usw. Die Frauen baten also um Erlaubnis für Dinge, die eigentlich schon in ihrem Besitzt oder in ihren Entscheidungen liegen. Sie machen sich selber zu Opfern, in dem sie dem Mann seine Führerrolle vollkommen ausleben lassen und die Regeln in ihrer Kultur als Grenzen für sich selber verstehen. Die Männer hingegen schrieben Dinge wie: „Frauen kocht gut und wascht für uns, kümmert euch um eure!! Kinder, kommt nicht spät nach Hause, tragt keine Männerklamotten“. Nach diesen Antworten kochte so eine Wut in mir und ich war einfach nur fassungslos.  Es ging dann noch weiter: Nach diesen Antworten entstand eine große Diskussion um die Frage warum Frauen  in Uganda so wenig Rechte haben. Antworten der Männer waren: „Wenn meine Frau auf ihre Rechte pocht und plötzlich möchte dass wir uns die Hausarbeit teilen, zerstört dass unsere ganze Familie. Ihr müsst einfach verstehen, dass das nun mal unsere Kultur ist“, oder auch: „Ich bin grundsätzlich für mehr Rechte für Frauen, doch möchte ich entscheiden welche Rechte meine Frau bekommt“.

Der Mann sieht es also als sein Recht an, Frauen ein paar ihrer Rechtezukommen zu lassen“. Doch ist meiner Meinung nach vielmehr so, dass Frauen diese Rechte besitzen und diese ergreifen und nutzen müssen!! Es geht nicht darum, dass Männer den Frauen erlauben, Rechte zu haben und in die Politik zu gehen. Es geht darum, dass Frauen für sich selber einstehen, sich ihrer Rechte bewusst werden und sich nicht mehr von der Männerfront unterdrücken lassen.

Wandel in diesem für mich veralteten Rollenbild, das einfach nicht mehr in eine Zeit voller ständiger Veränderungen passt, kann nur von Seiten der Frauen ausgehen. Nur wenn Frauen endlich rebellieren und aus diesem veralteten kulturellen Rollenbild ausbrechen, kann es mehr Gerechtigkeit in Uganda, und in so vielen anderen Ländern dieser Welt geben.

Frauen fangt an und werdet euch eurer Rechte bewusst! Und wenn ihr euch eurer Rechte bewusst seid, helft anderen Frauen! Wartet nicht auf Andere um euch den Anstoß und die Erlaubnis zu geben, seid eurer eigener Anstoß!

Wie ihr wahrscheinlich merkt, sind die Themen Gerechtigkeit und Gleichberechtigung sehr wichtig für mich geworden. Immer wieder sage ich mir, dass ich ja nur ein Leben habe, und ich dieses Leben dafür nutzen muss, um einen kleinen Schritt in Richtung Gerechtigkeit und Gleichberechtigung zu gehen. Auch weiß ich, dass viele kleine Schritte von vielen anderen Menschen, zusammen einen großen Schritt ergeben können. Also geht diese kleinen Schritte mit mir zusammen!!

 

Erfahrung von Diskriminierung und Aufruf zum Austausch von Kulturen für weniger Platz von Diskriminierung

Auch wenn sich Mbarara immer mehr wie eine zweite Heimat anfühlt, könnte ich mir jedoch nicht vorstellen mein ganzes Leben in Uganda zu leben. Selbst nach fast einem Jahr hier, bin ich doch noch immer das fremde Muzungu Mädchen, das sich nie anpassen kann. Auch wenn ich zum zehnten Mal die gleiche Straße zu meiner Wohnung laufe, kommen die Rufe, die zwar, das muss man auch dazu sagen, meistens echt nett gemeint sind, jedoch beim zehnten Muzungu Ruf beim Gang zum Supermarkt wirklich richtig nerven. Immer wieder sage ich mir, dass die Ugander es echt nur gut meinen und eben eine andere Art haben mit Menschen anderer Herkunft umzugehen. Doch für mich fühlt es sich im Endeffekt dann doch jedes Mal wie Diskriminierung an. Menschen, die mich nicht kennen, reduzieren mich zuerst einmal einfach auf meine Hautfarbe. „Muzungu you pay more you have money“, „Muzungu give me money“etc. Dieses Gefühl auch nach fast 11 Monaten hier nicht dazuzugehören ist manchmal nicht einfach zu verarbeiten. Und so oft frage ich mich, ob es irgendwann eine Welt geben wird, ohne Diskriminierung. Eine Welt, in der wir unsere Mitmenschen nicht mehr auf Hautfarbe, Religion und Herkunftsland/Kontinent reduzieren, sondern im friedlichen Miteinander leben. Je öfter ich mir so eine Welt vorstelle, desto mehr wird mir klar, wie naiv dieser Wunsch ist. Dennoch halte ich an ihm fest. Ich bin davon überzeugt, dass jeder von uns einen Schritt in die Richtung einer friedlichen Welt gehen kann. Sei es mit Toleranz gegenüber deiner Arbeitskollegen, Unimitstudierenden, Freunden, Familienmitgliedern. Auch ist ein wichtiger Schritt zu weniger Diskriminierung und Vorurteilen, ein Austausch zwischen Kulturen, Religionen, Menschen. Denn wie ich schon in meinem ersten Rundbrief  schrieb: „Austausch ist das was einen Menschen wachsen lässt und die Welt zusammenhält“. Wenn Menschen anfangen, wenn wir anfangen uns zu öffnen, für andere Kulturen, Religionen und Länder, und uns wirklich bemühen diese zu verstehen, dann bauen wir Stück für Stück unsere Vorurteile ab. Dann ist irgendwann einfach kein Platz mehr für Diskriminierung, weil wir durch Austausch auch ein wenig Teil der anderen Kultur geworden sind. Doch wie können wir es schaffen, dass dieser Wunsch nach Austausch sich verbreitet, und immer mehr Menschen bereit sind andere Kulturen kennenzulernen und zu verstehen? Ich denke genau bei dieser Frage, finde ich als meine persönliche Antwort, meinen Freiwilligendienst. Ich mache den Schritt, gehe auf einen Kulturaustausch ein, und versuche durch meine Erfahrungen, anderen Menschen zu Hause den Anstoß zu geben, aus ihrer Schwarz Weißen Welt auszubrechen, in die Farbtöpfe der verschiedenen Kulturen dieser Welt einzutauschen, und damit ihre Welt jeden Tag ein wenig bunter zu machen. Doch auch weiß ich, dass es nicht reicht, wenn ich für die Leute zu Hause die Erfahrungen mache, und sie selber nur aus Berichten einen kleinen Einblick durch meine subjektive Brille, in die ugandische Kultur bekommen. Aus diesem Grund hier eine Aufforderung an euch alle: Macht eure Erfahrungen selber, geht da raus in die Welt, seid offen, seid bereit für Veränderungen, macht eure Welt bunter. Je mehr Menschen für einen Austausch bereit sind, desto weniger wird der Platz für Diskriminierung in unseren Familien, unserer Gesellschaft und schließlich in unserer Welt. „Seit der Wandel, die Veränderung, die ihr in unserer Welt sehen möchtet“ .Fangt an und wartet nicht auf Andere um euch den Anstoß zu geben, seid eurer eigener Motor!!

Zwei Ausflüge nach Ruanda und Einblick in einen Teil der Geschichte und Tradition dieses Landes und die Frage ob Intervention immer die beste Lösung ist.

Mein erster Besuch:

Um die Osterzeit rum, fuhr ich mit dem Bus fuhr ich mit drei anderen Freiwilligen in die Hauptstadt Ruandas: Kigali.

Ungefähr in der Mitte der Strecke standen wir dann erst einmal an der Grenze von Uganda zu Ruanda. Auf der Seite von Uganda gab es dann  einen Stempel zur Ausreise aus Uganda, was ziemlich flott von Stelle ging. Dann ging es zu Fuß über die Grenze nach Ruanda wo nun ein längeres Prozedere auf uns wartete. Nach einigem Hin und Her, hatten wir dann auch alle den Stempel zur Einreise nach Ruanda in unserem Pass. Noch eine kurze Kontrolle, ob wir irgendwelche Art von Plastik in unserem Rucksack versteckt halten (à kurze Info dazu: Es gibt ein strenges Plastiktütenverbot in Ruanda schon seit mehreren Jahren), und ging es weiter nach Kigali.

Auch in Uganda gilt dieses Verbot schon seit einigen Jahren, jedoch ohne Durchsetzungserfolg. Seit ein paar Monaten jedoch, konnte ich beobachten, wie in den großen Supermärkten die Plastiktüten gegen Papiertüten ausgetauscht wurden. Das heißt auch Uganda ist nun auf einem guten Weg, nur wird dieser Weg noch viele Jahre lang dauern, bis wir auch hier bei dem Ergebnis sind, dass man in Ruanda schon jetzt erzielt hat

Erste Eindrücke von der Fahrt:

-Die Straßen sind viel sauberer als in Uganda. Selbst in den Dörfern sieht man kaum Müll herumfliegen, alles ist sehr ordentlich. à Das Verbot von Mülltüten erfüllt seinen Zweck und wird wirklich strikt eingehalten!

– Es gibt Straßenschilder, Ampeln, Kreisel und Zebrastreifen und die Menschen halten sich sogar an die Verkehrsordnungen! 😀

– Es herrscht Rechtsverkehr.

– Alle Bodafahrer fahren ein sehr sicher aussehendes Motorrad und haben Kennungsnummern und jeweils zwei Helme für sich und ihrer Mitfahrer.

– Es gibt Linienbusse wie bei uns in Deutschland mit festen Fahrzeiten.

Auch als wir Kigali dann erreichten, kam ich aus dem Staunen gar nicht mehr raus. Alles ist dort so europäisch! Von den Hochhäusern zu dem Straßenbelag bis hin zu Lichtern auf der Fahrbahn, die dir mit den Farben Grün und Rot anzeigen in welche Richtung du fahren musst. Es ist wirklich unglaublich was es für große Unterschiede gibt, sobald du die Grenze überquerst.

Den ersten Tag nutzen wir erst einmal zum Ankommen und zum kleinen Kigali Bummel. Dabei fiel uns auch noch eine andere Sache auf: Alles ist sehr viel teurer als in Uganda. Auch die Umrechnung in Ruanda Franks war am Anfang echt verwirrend. (So sind zum Beispiel 2000 Ruanda Franks fast 2 Euro wert).

Am nächsten Tag besuchten wir das Memorial Museum zum Genozid in Ruanda in Kigali und eine der Memorialstätten.

Der Gang in dem Museum und auch der Ausflug zu der Memorial Stätte war sehr bedrückend und belastend aber auch sehr informativ. In dem Museum gab es Tafeln mit genauen Informationen zum Genozid in Ruanda und auch Bilder und Kleider von ermordeten Kindern, Frauen und Männern.

Die Memorialstätte zu der wir danach fuhren ist eine Kirche, in der sich mehrere Hundert Menschen des Stammes Tutsi zugehörig versteckten, schließlich aber entdeckt, und grausam ermordet wurden. In der Städte konnte man noch Hunderte von Kleidungsstücken und Kochmaterialien sehen, die die Menschen dort hingebracht hatten. Sie flohen damals in diese Kirche, da sie davon überzeugt waren, dass ihnen im Haus Gottes nichts geschehen könnte. Hutu Angehörige kamen schließlich und warfen Granaten in die Kirch und erschossen die Überlebenden. Am erschreckendsten für mich war, dass sie Babys und Kleinkinder so lange an die Wand schleuderten, bis deren Schädel brach.

Nach diesem Tag waren wir erstmal alle sehr still und in unseren Gedanken gefangen.

Ein kleines Hintergrundwissen zum Genozid in Ruanda:

-Als Völkermord in Ruanda werden umfangreiche Gewalttaten in Ruanda bezeichnet, die am 6. April 1994 begannen und bis Mitte Juli 1994 andauerten.

-Sie kosteten circa 800.000 bis 1.000.000 Menschen das Leben.

-Vorgeschichte:

Während der Kolonialzeit und der Besetzung durch Belgien, wurden Angehörige der Tutsi Minderheit  bevorzugt. Sie bekamen Posten in der Politik etc. Unter der Besetzung von Deutschland wurde dann offiziell die Rassenunterscheidung von Tutsi und Hutu eingeführt. Es wurden Karten angefertigt mit der Stammeszugehörigkeit jedes Einzelnen. Hauptmerkmal war die Größe der Nase. (à Die Ausmessung der Nase und die strikte Rassentrennung erinnert an die Separation der Juden in Deutschland unter der Herrschaft von Hitler!).

Nach Ende der Kolonialisierung kam nun ein Angehöriger des Hutu Stammes an die Macht.

Der Hass gegen die Minderheit der Tutsi, die die letzten Jahre immer in den Führungspositionen gewesen waren, sowie auch die an der Führung des Handels beteiligt waren, stieg immer weiter an. Viele Hunderte flohen schon zu diesem  Zeitpunkt in benachbarte Länder, unter anderem nach Uganda. Ausschlaggebend schließlich für den Beginn des Genozid, war das Abschießen eines Flugzeuges, in dem der Präsident saß. Das Attentat wurde den Tutsi zugeschrieben.

Viel wahrscheinlicher ist es jedoch, dass Menschen aus der Hutu Bevölkerung dieses Flugzeug abschossen, um die Menschen gegen die Tutsi aufzuhetzen. Mit Erfolg.

Am 6. April 1994 begann die Hetzjagd auf die Tutsi Bevölkerung. Freunde und Nachbarn wurden plötzlich zu Feinden. Es gab keinen Zusammenhalt mehr, fast jeder beteiligte sich an der Hetzjagd, vor allem Mitglieder der Regierungstruppen, der Nationalpolizei und der Verwaltung, sowie ein Großteil der Hutu Bevölkerung. Das Ziel war es die Bürger des Tutsi Stammes nicht einfach nur zu töten, sondern sie auf grausame Weise zu ermorden. So zwang man Kinder ihre eigenen Eltern zu töten oder schlug so lange mit einer Machete auf sie ein, bis sie durch Schädelspaltung schließlich starben. Die die Tutsi halfen oder generell gegen den Genozid waren wurden ebenfalls ermordet.

Zu Beginn waren noch  vor Ort stationierten Friedenstruppen der Vereinten Nationen, die United Nations Assistance Mission for Rwanda (UNAMIR) in Ruanda. Anstatt diese Truppen zu verstärken, zogen die Vereinten Nationen stadtessen ihre Soldaten zurück. Den stationierten Gruppen der Franzosen warf man sogar vor sich bei dem Genozid zu beteiligen.

Diese Fakten schockierten mich am meisten und machen mich sehr wütend. Europa und die USA sowie die Vereinten Nationen griffen nicht ein, obwohl dieser Genozid sich öffentlich auf den Straßen ereignete und es außerdem Fotobeweise gab. Sie schauten zu, wie eine Millionen Menschenà 75 Prozent der in Ruanda lebenden Tutsi, brutal hingerichtet wurden und griffen nicht ein. Gerade nach der europäischen Vergangenheit und des Genozids gegen die Juden, liesen wir es zu, dass sich die Geschichte in einem kleinen afrikanischen Land noch einmal wiederholt.

Auch ist es kaum zu fassen, dass die Rassentrennung von Tutsi und Hutu, erst durch die Europäer eingeführt wurde. Vor der Kolonialisierung, unterschied man in Ruanda nicht zwischen den einzelnen Völkergruppen. Alle sprachen die gleiche Sprache, alle waren gleich.

Letztendlich marschierte dann die NRA (Nord Resistand Army) ein, und fing an die Tutsi Minderheit zu verteidigen. Erst jetzt traute man sich auch auf Seiten der UN einzugreifen und schickte Truppen nach Ruanda. Nun schmückte man sich wieder mit dem Fakt, man habe den Genozid beendet.

Wenn ich so etwas höre, frage ich mich immer wieder, in was für einer Welt wir hier leben In einer Welt, in der Milliarde von Menschen zuschauen und keiner eingreift.

Auch muss ich mir an dieser Stelle die Frage stellen, wie die afrikanischen Länder sich ohne die Kolonialisierung entwickelt hätten. Wie viel Gutes im Vergleich zu wie viel Leid hat sich aus dieser Zeit ergeben? Warum müssen wir Europäer und gerade die Amerikaner sich in alles einmischen. Wer sagt denn dass unsere Lebensweise besser ist als die Kultur der afrikanischen Länder?

Diese Gedanken beschäftigen mich nicht nur seit meinem Besuch in Ruanda.

Schon seit ich hier in Uganda bin, stelle ich mir immer wieder die Frage, wie anders Uganda ohne die Kolonialisierung sein würde.

Natürlich die Hochhäuser in Kampala sind beeindruckend und man bekommt sogar italienisches Eis in einem schicken Café in der Innenstadt, doch ich sehe eben auch die anderen Gebäude, die alle irgendwie zusammen gestoppelt aussehen, nicht wirklich System vorweisen, sondern in Eile aufgebaut wurden. Uganda konnte sich nicht richtig selber entwickeln. Das Land und seinen Bürgern wurde das europäische System schlichtweg aufgezwungen, und nun stehen sie da, alleine mit einem fremden System, dass sie selber nicht entwickelt haben.

Wie soll ein Land aus diesem ganzen Chaos rauskommen?

Ich denke, dass es gut wäre wenn jeder von uns sich einmal Gedanken machen könnte, inwiefern eine Intervention von europäischer und amerikanischer Seite hilfreich ist, und in wie weit man den afrikanischen Ländern ihren Freiraum geben muss, damit diese sich selbst wieder aufbauen können.

Die Frage der Intervention in die Angelegenheiten anderer Länder ist ein sehr schwieriges Thema, über das man fast nicht genug diskutieren kann!

Also fangt am besten gleich anJ

Nun  zu meinem zweiten Besuch in Ruanda:

Ein guter Freund von mir hatte mich schon vor ein paar Monaten gefragt, ob ich Lust und Zeit hätte mit ihm auf die Introduction (Familieneinführungà  Erklärung siehe Rundbrief 2) seiner Cousine zu gehen. Ich habe natürlich sofort zugesagt, und so ging es am Wochenende  vor zwei Wochen nach Ruanda. Auch diesmal mit reiste ich mit dem Bus, nur mit dem Unterschied, dass ich an der Grenze kein Geld für das Visum bezahlen musste (woran das lag weiß ich bis heute nicht).Wir kamen dann gegen Abend in Kigali an und fuhren zu dem Haus eines Onkels von meinem Freund.

Die ganze Familie begrüßte mich total herzlich und ich wurde sofort in den Familienverband aufgenommen. Es tat sehr sehr gut mal wieder Teil einer Familie zu sein, weil ich das in Mbarara leider nicht habe. Am Tag der Introduction überzeugte mich die Tante von meinem Freund, ein traditionelles ruandisches Kleid zu tragen, in dem ich mich letztendlich echt wohl fühlte, da der Stoff sehr leicht und angenehm zu tragen ist.

Gegen Mittag ging es dann zur Introduction. Ich war zuerst einmal überwältigt von der Dekoration, die nicht so kitschig war, wie auf den ugandischen Introductions und einfach echt Stil hatte.

Die ganze Zeremonie unterschied sich zu der ugandischen, nur das anfängliche Begrüßen und der Smalltalk zwischen der Seite des Mannes und der Seite der Frau war gleich.  Danach wurde aber viel mehr gesungen und getanzt als bei einer ugandischen Zeremonie. Das Gute war auch, dass ich diesmal auf der Seite der Frau war, und so auch die „Afterparty“ mitbekam und nicht nach Hause fahren musste, wie die Gäste auf der Seite des Mannes.

Nach der Zeremonie und der Afterparty erkundete ich dann noch ein wenig mit den Anderen das ruandische Nachtleben und wurde nicht enttäuschtJ. Selbst im Club merkte man den westlichen Einfluss, und der halbe Club war voll mit Muzungus.

Gedenkstätte
Gedenkstätte
Gedenkstätte in der über 1000 Menschen brutal ermordet wurden
Gedenkstätte in der über 1000 Menschen brutal ermordet wurden

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Busse in Ruanda
Busse in Ruanda

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ruandisches Kleid
ruandisches Kleid
Introduction
Introduction
Kigali Town
Kigali Town

Nach diesem Wochenende voll mit sehr schönen Erlebnissen und Erfahrungen, ging es wieder zurück in meine „Heimatstadt“ Mbarara.

Update meiner Lebenssituation in Uganda

Soo jetzt noch ein kleines Update einer Alltags-und Lebenssituation hier:

Mir geht es jetzt wieder ziemlich gut, nur hat mir die Hitze ein wenig zu schaffen gemacht. Es hat jetzt aber in den letzten Tagen wieder angefangen zu regnenà Die „Dry-Seasonverändert sich wieder zur „Rain-Season“.   Büroarbeit war bei diesen Temperaturen sehr anstrengend. Ein weiteres Problem ist im Moment die Wassersituation in der Stadt. Ich habe seit 4 Wochen kein fließendes Wasser mehr à Das heißt: Wasser in die Kanister füllen unten im Hof und hochtragen lassen (ja ich weiß das klingt nach Abenteuer, aber langsam reichts ich würde mich schon über einen kleinen Wasserstrahl aus meinem Waschbecken freuenJ. Wegen der Hitze war Ich  jetzt oft mit Ricarda schwimmen um wenigstens  ein bisschen Abkühlung zu bekommen.

Trotz des tollen Sommerwetters vermisse ich den deutschen Winter (ich weiß unvorstellbar für euch da drüben mit euren roten Nasen und Backen, eingemummt in tausende von Kleiderlagen ;D), ich glaube mein Körper ist es einfach nicht gewohnt ein ganzes Jahr nur von warmem Wetter umgeben zu sein.

Ein weiteres Highlight in den letzten Wochen war die Eröffnung des neuen Gebäudes von St. Francis. Es fand en Gottesdienst, eine Feier und schließlich die Segnung des Gebäudes statt das war sehr interessant!

Und zu guter Letzt: Ein großes WILKOMMEN an Findus: Ricas und meine neue Hauskatze:)

Veränderungen in meinem Arbeitsplan-Probleme-Lösung?- endlich ein wenig Freiheit ?!

Nun ging es für mich wieder alleine zurück nach Mbarara, wo mich meine Arbeit in St. Francis erwartete. Doch stieß ich dort auf einige Hindernisse:

Es gab mehrere Dinge, die mir das Leben in St. Francis nicht so leicht machten. Man erwartete zu viel von mir, ich fühlte mich nicht als Freiwillige behandelt und mir fehlte das aktive „In-Kontakttreten“ mit anderen Menschen, vor allem mit Kindern. Ich sprach mit meinem Chef darüber. Da wir aber leider in unserem Gespräch zu keiner Lösung kamen, gab es dann ein Meeting mit dem Management Team von St. Francis. Bei diesem Meeting kamen wir zu keiner wirklichen Einigung.

Ich fuhr dann nach Kampala und sprach mir der Verantwortlichen von Eirene in Uganda und auch mit der Verantwortlichen in Deutschland. Es wurde danach beschlossen, dass ein weiteres Meeting mit mir und St. Francis stattfinden würde.

Ich besprach mit  meiner Koordinatorin die zu besprechenden Punkte am Telefon. Dann fand das zweite Meeting statt. Das Meeting an sich verlief dann  eigentlich echt gut.

Jeder konnte sagen, was ihm auf dem Herzen lag. Man verstand auch wieso es mir so wichtig ist,  auch andere Erfahrungen außerhalb von St. Francis zu sammeln. Wir stellten in diesem Gespräch auch einen Arbeitswochenplan für mich auf.

 

 

 

Meine Arbeitswoche sieht nun wie folgt aus:

Montag, Dienstag und Freitag: Arbeit den ganzen Tag in St. Francis à Office Arbeit aber auch Hausbesuche der Kinder, Schulbesuche etc. (siehe erster Rundbrief)

Mittwochvormittag und Donnerstagnachmittag: Babyshome in Bomaà Das Babyshome ist ein Kinderwaisenhaus für Kinder von 0-10 Jahren. Es wurde von einem Pastor gegründet, und nun von einer Krankenschwester geleitet.

Wie kommen die Kinder dorthin? à Die meisten der Kinder werden auf der Straße gefunden und dann in das Babyshome gebracht.

Wie wird das Waisenhaus finanziert? à Größtenteils durch Spenden. Viele Privatpersonen bringen auch Klamotten und Essen vorbei.

Gehen die älteren Kinder zur Schule? à Ja. Das Kinderheim hat extra eine kleine Schule für die Kinder dort.

Was ist meine Arbeit dort? à Die meiste Zeit bin ich im Moment in der Babystation. Hauptaufgabe hier ist es vor allem die Kinder im Arm zu halten (à Berührung und menschliche Nähe ist in diesem Entwicklungsstadium des Kindes ganz wichtig). Es kann dann schon mal vorkommen dass ich gleichzeitig vier Kinder auf dem Arm und fünf um mich herum sitzen habe. Und nicht nur die Kinder brauchen dieses Festhalten. Wir halten uns in gewisser Weise aneinander fest. Es tut so gut einfach mal ein normaler „Mensch zu sein“. Diese Babys dort unterscheiden nicht zwischen Muzungu oder Ugander, hältst du sie im Arm sind sie glücklichJ. Auch sind meine Aufgaben hier, die Kleider der Babys zu wechseln und zu füttern.

Mit den älteren Kindern spiele ich kleine Spiele, erzähle, gebe ihnen ihr Mittag– bzw. Abendessen, oder auch halte diese einfach mal im Arm.

Außerdem beobachte ich die verschiedenen Entwicklungsstadien der Kinder. Was brauchen die Kinder von 0-2 von 3-5 von 6-10? Und vor allem: was passiert wenn  bestimmte Dinge den Kindern in diesen Stadien fehlen? Wie kann man den Kindern helfen? Ich habe ein kleines Büchlein, in dem ich meine Beobachtungen notiere, das ist sehr interessant für mich, da ich mir gerade in diesem Gebiet meine berufliche Laufbahn vorstellen kann.

Mittwochnachmittag: Englisch unterrichten in der St. Helens Grundschuleà Wie in meinem 1. Rundbrief beschrieben, habe ich bereits dort ein Sportprogramm mit den Kindern. Ich werde dieses Programm jetzt aber umwandeln und Kindern, die in der Schule nicht gut mitkommen in Englisch helfen.

Donnerstagvormittag:  Mit den Kindern der Frauen im Frauengefängnis spielenà Die Kinder im Frauengefängnis kennen mich und Ricarda jetzt immer besserJ Sie kommen schon immer angerannt wenn sie uns sehen. Das tut sehr gut! Dieser Austausch und die Verbindung zu den Frauen und den Kindern  ist etwas ganz Besonderes!!

Ich bin sehr glücklich, dass wir uns nun in dem Meeting einigen konnten. Ich denke auf diese Weise kann ich nun mein nächstes halbes Jahr hier genießen, zur Ruhe kommen, auch in meiner Arbeit „ankommen“ und mich voll reinhängen.

Tage in Kampala- Kofferanstrengung-Viktoriasee-klein Europa-Arcacia Mall

Nach diesen wunderschönen Wochen mit meiner Familie setzten wir uns wieder in den Bus und fuhren nach Kampala. Das Tourist Hotel erwartete uns schon als wir schwer bepackt  mit  viel zu viel Gepäck und völlig fertig dort ankamen(à man merke sich: Rollkoffer in Kampala sind nicht zu empfehlen, vor allem keine alten 70er Jahre Modelle. Der Weg vom Buspark zum Old Taxi Park kann mit Rollkoffern eigentlich nicht bezwungen werden!!!).

Nach dem Besuch der Arcacia-Mall und einem kurzen Ausflug nach Ntinda (àAchtung es gibt zwei Wege nach Ntinda nur eine führt an der Arcacia-Mall vorbei!!), machten wir dann noch einen Ausflug an den Viktoriasee und auf den Fischmarkt an dem Geburtstag meiner Mutter.

Noch schnell allen möglichen Krimskrams, der „typisch“ ugandisch ist, auf dem Craftmarket verhandelt und gekauft, und dann hieß es Abschied nehmen. Es waren wunderschöne Wochen mit meiner Familie und dadurch dass sie hier waren, können sie nun viel besser verstehen was ich hier erlebe, und auf was für Hindernisse ich auch manchmal stoße. Geschichten und Rundbriefe sind schön und gut, doch denke ich, dass es wic

htig ist, ein Land aus der eigenen Perspektive kennenzulernen. Deshalb möchte ich hier auch noch einmal darauf aufmerksam machen, dass ich trotz aller Versuche auch allgemein zu schreiben, immer die „subjektive Brille“ aufhaben werde. Bitte beachtet das beim Beurteilen und Einschätzen von einem Land und seinen Bewohnern!!

Silvester am Lake Bunyonyi und allgemein Silvester in Uganda

Vor Silvester kamen fast alle Freiwilligen nach Mbarara und zusammen ging es dann auf in einem Matatu nach Kabale, und von dort aus mit einem Special Hire  zum Lake Bunyonyi.

Dort wollten wir dann auf einer Insel auf einem Inselcamp zusammen Silvester feiern. Meine Eltern und meine Schwester feierten auch an dem See, jedoch in einem anderen Hotel.

Angekommen an der Insel waren wir dann alle ein wenig enttäuscht von unserer Herberge.

Die Lage auf dem See war toll, aber der Service war nicht so gut und gerade die Herberge in dem Steingebäude war ein wenig heruntergekommen.

Trotzdem war es schön endlich mal schwimmen zu gehen und auszuspannen.

In der Silvesternacht machten wir ein Feuer am See und starteten in das neue Jahr mit Musik, Wunderkerzen und Fontänen.

Silvester in Uganda: Auf den Inseln rund um  den „Lake Bunyonyi“ und auch in den Dörfern in ganz Uganda werden um Mitternacht Lagerfeuer angezündet und es wird getanzt und auf Trommeln gespielt.

Diese Tradition gibt es schon lange in Uganda. Die Leute saßen zusammen, erzählten sich Stammesgeschichten und feierten das neue Jahr mit traditionellen Tänzen und Gesängen. Auch wir konnten die Trommelschläge hören und die Feuer auf den Hügeln sehen. Ich war total verzaubert und hätte mir keinen besseren Start in das neue Jahr vorstellen können.DSCF0160

Am ersten Tag im Jahr fuhr ich dann zu meinen Eltern und meiner Schwester ins Hotel und wir verbrachten noch zwei wunderschöne Tage am See.

Zu Besuch auf einer ugandischen Introduction

Nach Weihnachten wurden wir dann von einem Freund von mir zu einer ugandischen Introduction eingeladen. Jetzt fragen sich bestimmt viele von euch: Was ist eine Introduction??

Introduction kann man auf Deutsch mit „Familieneinführung“ übersetzten. Es geht darum, dass der Mann in die Familie der Frau eingeführt wird, und vor allem davor die Erlaubnis zur Heirat von dem Vater der Braut bekommt. Diese Familieneinführung hat große Tradition in Uganda.

Früher wurde die Braut gegen einen „Brautpreis“ an den Bräutigam „abgegeben“. Dieser Brautpreis wurde vor der Familieneinführung verhandelt.

Heutzutage geht es nicht mehr darum die Braut „abzukaufen“, sondern einfach um diese Tradition beizubehalten. Die Familieneinführung findet vor der eigentlichen standesamtlichen bzw. kirchlichen Trauung statt.

Der Ablauf der Zeremonie unterscheidet sich von Distrikt zu Distrikt. Ich hatte das Glück eine Introduction in Kampala mitzuerleben (ein ehemaliger Freiwilliger von Eirene hat geheiratet) und eben diese Familieneinführung in Busheny (Nebendistrikt von Mbarara).

Nun eine kurze Zusammenfassung zum besseren Verständnis des Ablaufs solch einer Zeremonie:

Zunächst einmal machten wir uns alle schick. Normalerweise trägt man bei solch einer Festlichkeit als Frau einen Gomez (traditionell ugandisches Kleid). Wenn man keinen Gomez besitzt ist es auch okay ein modernes festliches Outfit zu tragen.

Da ich auf der „Familienseite“ des Mannes war, fuhren wir zunächst einmal zu dem Haus der Frau. Die Familie der Frau hatte Zelte aufgestellt in denen die Familienmitglieder der Frau schon auf uns warteten. Der ganze Innenhof war toll geschmückt.

Als wir ankamen gab es erst einmal etwas zu essen à richtiges Festessen mit sehr vielen verschiedenen Sachen. Als alle satt waren, gingen wir hoch zum Eingang des Grundstücks der Frau.

Die Männer und Frauen stellen sich in zwei verschiedene Reihen nebeneinander auf. Dann geht die Musik an und die Familie des Mannes (also in dem Falle auch wir) laufen ein und nehmen ihren Platz in einem extra Zelt ein.

Nun beginnt der Vater der Tochter mit einem Vertreter der Seite des Mannes zu reden (alles auf Runyankore) und begrüßt die Familie des Mannes in seinem Heim. Der Vertreter des Mannes erklärt den Grund warum wir hier sind à Mann will um die Hand der Tochter bitten).

Daraufhin stellt der Vater der Tochter der Familie des Mannes alle seine Töchter vor und bittet den Mann ihm zu sagen um welche Tochter es sich handeltà Alle Töchter laufen mit Musik, eingeteilt in verschiedene Altersgruppen ein.

Schließlich kommt auch die „gewünschte Tochter, geht auf den Bräutigam zu und sie setzen sich gemeinsam mit ihm für ein Foto auf das vordere Sofa im Zelt des Bräutigams.

Es werden sehr viele Fotos gemacht. Dann kommt der Heiratsantrag des Bräutigams.

Der nächste Teil unterscheidet sich von Zeremonie zu Zeremonie: in den meisten Fällen bringen die Gäste des Bräutigams nun die Geschenke des Bräutigams an die Familie der Frau. Also den „Brautpreis“.

Diese Geschenke gehen vom Regal bis hin zum Kuhschenkel. Danach gab es bei unserer Feier ein kleines Feuerwerk und die Torte wurde angeschnitten. Nun muss die Familie des Mannes wieder nach Hause fahren. Während dagegen die Familie der Frau noch bis zum Morgengrauen feiert.

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