Erfahrung von Diskriminierung und Aufruf zum Austausch von Kulturen für weniger Platz von Diskriminierung

Auch wenn sich Mbarara immer mehr wie eine zweite Heimat anfühlt, könnte ich mir jedoch nicht vorstellen mein ganzes Leben in Uganda zu leben. Selbst nach fast einem Jahr hier, bin ich doch noch immer das fremde Muzungu Mädchen, das sich nie anpassen kann. Auch wenn ich zum zehnten Mal die gleiche Straße zu meiner Wohnung laufe, kommen die Rufe, die zwar, das muss man auch dazu sagen, meistens echt nett gemeint sind, jedoch beim zehnten Muzungu Ruf beim Gang zum Supermarkt wirklich richtig nerven. Immer wieder sage ich mir, dass die Ugander es echt nur gut meinen und eben eine andere Art haben mit Menschen anderer Herkunft umzugehen. Doch für mich fühlt es sich im Endeffekt dann doch jedes Mal wie Diskriminierung an. Menschen, die mich nicht kennen, reduzieren mich zuerst einmal einfach auf meine Hautfarbe. „Muzungu you pay more you have money“, „Muzungu give me money“etc. Dieses Gefühl auch nach fast 11 Monaten hier nicht dazuzugehören ist manchmal nicht einfach zu verarbeiten. Und so oft frage ich mich, ob es irgendwann eine Welt geben wird, ohne Diskriminierung. Eine Welt, in der wir unsere Mitmenschen nicht mehr auf Hautfarbe, Religion und Herkunftsland/Kontinent reduzieren, sondern im friedlichen Miteinander leben. Je öfter ich mir so eine Welt vorstelle, desto mehr wird mir klar, wie naiv dieser Wunsch ist. Dennoch halte ich an ihm fest. Ich bin davon überzeugt, dass jeder von uns einen Schritt in die Richtung einer friedlichen Welt gehen kann. Sei es mit Toleranz gegenüber deiner Arbeitskollegen, Unimitstudierenden, Freunden, Familienmitgliedern. Auch ist ein wichtiger Schritt zu weniger Diskriminierung und Vorurteilen, ein Austausch zwischen Kulturen, Religionen, Menschen. Denn wie ich schon in meinem ersten Rundbrief  schrieb: „Austausch ist das was einen Menschen wachsen lässt und die Welt zusammenhält“. Wenn Menschen anfangen, wenn wir anfangen uns zu öffnen, für andere Kulturen, Religionen und Länder, und uns wirklich bemühen diese zu verstehen, dann bauen wir Stück für Stück unsere Vorurteile ab. Dann ist irgendwann einfach kein Platz mehr für Diskriminierung, weil wir durch Austausch auch ein wenig Teil der anderen Kultur geworden sind. Doch wie können wir es schaffen, dass dieser Wunsch nach Austausch sich verbreitet, und immer mehr Menschen bereit sind andere Kulturen kennenzulernen und zu verstehen? Ich denke genau bei dieser Frage, finde ich als meine persönliche Antwort, meinen Freiwilligendienst. Ich mache den Schritt, gehe auf einen Kulturaustausch ein, und versuche durch meine Erfahrungen, anderen Menschen zu Hause den Anstoß zu geben, aus ihrer Schwarz Weißen Welt auszubrechen, in die Farbtöpfe der verschiedenen Kulturen dieser Welt einzutauschen, und damit ihre Welt jeden Tag ein wenig bunter zu machen. Doch auch weiß ich, dass es nicht reicht, wenn ich für die Leute zu Hause die Erfahrungen mache, und sie selber nur aus Berichten einen kleinen Einblick durch meine subjektive Brille, in die ugandische Kultur bekommen. Aus diesem Grund hier eine Aufforderung an euch alle: Macht eure Erfahrungen selber, geht da raus in die Welt, seid offen, seid bereit für Veränderungen, macht eure Welt bunter. Je mehr Menschen für einen Austausch bereit sind, desto weniger wird der Platz für Diskriminierung in unseren Familien, unserer Gesellschaft und schließlich in unserer Welt. „Seit der Wandel, die Veränderung, die ihr in unserer Welt sehen möchtet“ .Fangt an und wartet nicht auf Andere um euch den Anstoß zu geben, seid eurer eigener Motor!!

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