Veränderungen in meinem Arbeitsplan-Probleme-Lösung?- endlich ein wenig Freiheit ?!

Nun ging es für mich wieder alleine zurück nach Mbarara, wo mich meine Arbeit in St. Francis erwartete. Doch stieß ich dort auf einige Hindernisse:

Es gab mehrere Dinge, die mir das Leben in St. Francis nicht so leicht machten. Man erwartete zu viel von mir, ich fühlte mich nicht als Freiwillige behandelt und mir fehlte das aktive „In-Kontakttreten“ mit anderen Menschen, vor allem mit Kindern. Ich sprach mit meinem Chef darüber. Da wir aber leider in unserem Gespräch zu keiner Lösung kamen, gab es dann ein Meeting mit dem Management Team von St. Francis. Bei diesem Meeting kamen wir zu keiner wirklichen Einigung.

Ich fuhr dann nach Kampala und sprach mir der Verantwortlichen von Eirene in Uganda und auch mit der Verantwortlichen in Deutschland. Es wurde danach beschlossen, dass ein weiteres Meeting mit mir und St. Francis stattfinden würde.

Ich besprach mit  meiner Koordinatorin die zu besprechenden Punkte am Telefon. Dann fand das zweite Meeting statt. Das Meeting an sich verlief dann  eigentlich echt gut.

Jeder konnte sagen, was ihm auf dem Herzen lag. Man verstand auch wieso es mir so wichtig ist,  auch andere Erfahrungen außerhalb von St. Francis zu sammeln. Wir stellten in diesem Gespräch auch einen Arbeitswochenplan für mich auf.

 

 

 

Meine Arbeitswoche sieht nun wie folgt aus:

Montag, Dienstag und Freitag: Arbeit den ganzen Tag in St. Francis à Office Arbeit aber auch Hausbesuche der Kinder, Schulbesuche etc. (siehe erster Rundbrief)

Mittwochvormittag und Donnerstagnachmittag: Babyshome in Bomaà Das Babyshome ist ein Kinderwaisenhaus für Kinder von 0-10 Jahren. Es wurde von einem Pastor gegründet, und nun von einer Krankenschwester geleitet.

Wie kommen die Kinder dorthin? à Die meisten der Kinder werden auf der Straße gefunden und dann in das Babyshome gebracht.

Wie wird das Waisenhaus finanziert? à Größtenteils durch Spenden. Viele Privatpersonen bringen auch Klamotten und Essen vorbei.

Gehen die älteren Kinder zur Schule? à Ja. Das Kinderheim hat extra eine kleine Schule für die Kinder dort.

Was ist meine Arbeit dort? à Die meiste Zeit bin ich im Moment in der Babystation. Hauptaufgabe hier ist es vor allem die Kinder im Arm zu halten (à Berührung und menschliche Nähe ist in diesem Entwicklungsstadium des Kindes ganz wichtig). Es kann dann schon mal vorkommen dass ich gleichzeitig vier Kinder auf dem Arm und fünf um mich herum sitzen habe. Und nicht nur die Kinder brauchen dieses Festhalten. Wir halten uns in gewisser Weise aneinander fest. Es tut so gut einfach mal ein normaler „Mensch zu sein“. Diese Babys dort unterscheiden nicht zwischen Muzungu oder Ugander, hältst du sie im Arm sind sie glücklichJ. Auch sind meine Aufgaben hier, die Kleider der Babys zu wechseln und zu füttern.

Mit den älteren Kindern spiele ich kleine Spiele, erzähle, gebe ihnen ihr Mittag– bzw. Abendessen, oder auch halte diese einfach mal im Arm.

Außerdem beobachte ich die verschiedenen Entwicklungsstadien der Kinder. Was brauchen die Kinder von 0-2 von 3-5 von 6-10? Und vor allem: was passiert wenn  bestimmte Dinge den Kindern in diesen Stadien fehlen? Wie kann man den Kindern helfen? Ich habe ein kleines Büchlein, in dem ich meine Beobachtungen notiere, das ist sehr interessant für mich, da ich mir gerade in diesem Gebiet meine berufliche Laufbahn vorstellen kann.

Mittwochnachmittag: Englisch unterrichten in der St. Helens Grundschuleà Wie in meinem 1. Rundbrief beschrieben, habe ich bereits dort ein Sportprogramm mit den Kindern. Ich werde dieses Programm jetzt aber umwandeln und Kindern, die in der Schule nicht gut mitkommen in Englisch helfen.

Donnerstagvormittag:  Mit den Kindern der Frauen im Frauengefängnis spielenà Die Kinder im Frauengefängnis kennen mich und Ricarda jetzt immer besserJ Sie kommen schon immer angerannt wenn sie uns sehen. Das tut sehr gut! Dieser Austausch und die Verbindung zu den Frauen und den Kindern  ist etwas ganz Besonderes!!

Ich bin sehr glücklich, dass wir uns nun in dem Meeting einigen konnten. Ich denke auf diese Weise kann ich nun mein nächstes halbes Jahr hier genießen, zur Ruhe kommen, auch in meiner Arbeit „ankommen“ und mich voll reinhängen.

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