Meine Auslegung des Begriffs „Freiwilliger in einem anderen Land“ und meine Art von Anpassung und Selbsterhaltung

Bei diesen ganzen Dingen, die ich hier tue, weiß ich, dass ich nicht als „Heldin“ hergekommen bin um diese „arme Welt“ zu verbessern. Ich bin hier um einen Austausch zu erfahren. Einen Austausch zwischen zwei Kulturen. Natürlich will ich mich auch selber einbringen können, aber mir ist es vor allem wichtig, viel aus dieser Kultur und dieser Lebensweise mitzunehmen. Ich bin auf keinen Fall her gekommen um meine „wundervolle, deutsche, strukturelle Lebensweise“ den Menschen hier aufzuzwingen das haben sie nämlich gar nicht nötig. Vor allem glaube ich, dass ich als Europäerin viel aus der lockeren und freundlichen Art der Ugander lernen kann. In Deutschland gehen wir im Alltag einfach an Menschen vorbei, die wir kennen. Das höchste der Gefühle ist dann manchmal ein kurzes Handheben oder kurzer Augenkontakt. Hier in Uganda nimmst du dir einfach mal die Zeit stehen zu bleiben, den Anderen zu fragen wie es ihm geht. Auch wenn dann das Gespräch mal länger als fünf Minuten dauern könnte, bleibst du trotzdem und hastest nicht gleich der Zeit wieder hinterher, die du doch nicht einfangen kannst. Dieses Aufeinander Zugehen hat mir immer sehr in Deutschland gefehlt.

Ich möchte auf diese Rolle als Freiwillige hier aufmerksam machen, da ich schon einige Erfahrungen mit anderen Freiwilligen aus anderen Ländern gemacht habe, die eben mit diesem „Heldendenken“ nach Uganda gekommen sind. Sie kommen mit ihren europäischen Vorstellungen in dieses Land und versuchen alles nach ihren Vorstellungen so umzuformen wie sie es gerne hätten. Bei ihren Bemühungen gehen sie gar nicht auf die Menschen hier ein, sondern stempeln sie einfach als „unterentwickelt“ und nicht zuverlässig ab. Meiner Meinung nach sollten wir als Muzungus immer im Hinterkopf behalten, dass wir Gäste in diesem Land sind und es unsere Aufgabe ist, uns stückweit auch an die Gegebenheiten hier anzupassen. Natürlich sollten wir auch unsere eigene Kultur mit einbringen, aber uns dabei auch für einen Austausch der verschiedenen Lebensweisen einlassen.

Austausch ist meiner Meinung nach das, was einen Menschen wachsen lässt und die Welt zusammenhält.

 

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