Über meine Organisation EIRENE und meinem Weg zum Freiwilligenjahr

Es war schon lange mein Traum nach dem Abitur ein Jahr rauszukommen, neue Menschen und neue Kulturen kennenzulernen. Bei meinen „Rumträumereien“ vom „freien sozialen Jahr“ nach dem Abitur, hatte ich irgendwie immer Afrika im Kopf. Ich sah vor mir das typisch afrikanische Bild: Frauen mit bunten Gewändern, Kinder spielen auf der Straße, Lehmhütten, Musik, Sonnenuntergang etc. .Außerdem haben mich schon immer die afrikanischen Lebensweisen und Kulturen interessiert. Ich wollte einfach mal etwas Neues erleben, etwas das mich in meinem Leben weiterbringt, mir neue Sichtweisen auf das Leben gibt.

Da aber diese Rumträumerei alleine nicht viel bringt, wie ich schon öfters feststellen musste, fing ich an mich für diesen Traum einzusetzen. Ich suchte auf der Seite „weltwärts.de“ nach sozialen Projekten in Afrika und nach Organisationen die dorthin Freiwillige senden. Ich suchte mehrere Tage nach sozialen Projekten mit Kindern und hatte schließlich eine kleine Auswahl an Organisationen getroffen, bei denen ich mich für einen Freiwilligendienst bewerben würde.

Einer dieser Organisationen ist EIRENE. Ich bin zuerst auf diese Organisation getroffen, da es in der Stadt Bad Kissingen, die nicht so weit entfernt von meiner Heimatstadt Aschaffenburg liegt, ein Infoseminar stattfand, für das ich erstmal nur ein Anmeldeformular auf der Homepage ausfüllen musste. Mein erster Gedanke war es mich einfach nur mal zu informieren wie eigentlich so eine Organisation aufgebaut ist und wie ein Freiwilligendienst abläuft.

Ein paar Wochen nach meiner Anmeldung fuhr ich dann zu dem Seminar und traf auf viele junge Leute die genauso wie ich top motiviert und voller Fragen im Gesicht auf den Beginn des Seminars warteten. Das Seminar fing mit einem gemeinsamen Abendessen und Kennenlernspielen (àtypischen EIRENE- Spielen ;D)an. Ich lernte während des Wochenendes viel über die Organisation EIRENE, über deren Entstehungsgeschichte und Hintergrund.

„Der Name EIRENE kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Frieden“.
Seit 1957 entsendet die Organisation Fachkräfte und Freiwillige in Partnerorganisationen nach Afrika, Europa, Nord- und Lateinamerika. Die Arbeitsbereiche umfassen u.a. Friedens- und Versöhnungsarbeit, Förderung von Frauen- und Menschenrechten, Umweltschutz, Migration und Flucht, interreligiöser Dialog, Begleitung von behinderten und marginalisierten Menschen sowie Unterstützung benachteiligter Kinder und Jugendlicher“
(weitere Informationen zu dieser Organisation findet Ihr/ finden Sie auf folgender Website: www.eirene.org).

Außerdem waren bei diesem Seminar Freiwillige, die bereits ein Jahr einen Freiwilligendienst im Ausland absolviert hatten und uns für unsere „Änfängerfragen“ zur Verfügung standen. Auch hatten wir die Möglichkeit in Vorträgen mehr über die Länder in denen Freiwilligendienste angeboten werden zu erfahren. Beim Vortrag über Uganda wurde mir bewusst dass ich dieses Freiwilligenjahr wirklich machen möchte.

Die letztendliche Entscheidung mich für einen Freiwilligendienst bei EIRENE zu bewerben fiel, als wir beim Infoseminar alle zusammen zum Abschluss das Lied „Mögen die Straßen…“ sangen. Dieses Lied begleitet mich schon mein ganzes Leben lang und sollte mich auch in meinem Freiwilligendienst begleiten.

Ich bewarb mich dann für einen Freiwilligendienst in Uganda und wurde zum Bewerberauswahlseminar eigeladen. Nach persönlichen Gesprächen und Einsicht in die Ländermappe mit all den verschiedenen Partnerorganisationen von EIRENE in Nord/Ost/West- Europa, USA, Kanada, Südamerika und Afrika, entschied ich mich für einen Freiwilligendienst in der Partner-Organisation St. Francis in Uganda. Ich hatte davor noch nie etwas von diesem Land erfahren, und ich denke viele von Euch/Ihnen verbinden mit Uganda nur die grausame Herrschaft des Diktators Idi Amin. Deshalb hier einmal kurz und knackig die wichtigsten Infos zu Uganda:

„Uganda ist ein Binnenstaat in Ostafrika. Die Einwohnerzahl beträgt 34.509.205. (Wobei das nur eine geschätzte Zahl ist). Die Amtssprachen sind sowohl Englisch und Swahili, als auch Luganda (im autonomen Königreich Buganda).Insgesamt werden 43 verschiedene Sprachen (zum Teil Stammessprachen) gesprochen. Seit 1962 ist Uganda unabhängig vom englischen Königreich. Nach der zum Teil grausamen Vergangenheit des Landes unter den Herrschern Milton Obote und Idi Amin, erholt sich das Land so langsam wieder, sowohl im gesellschaftlichen als auch im wirtschaftlichen Sinne. Unter dem jetzigen Präsidenten Kaguta Museveni (seit 1986) kam es auch zu Menschenrechtsverletzungen, doch setzt zurzeit eine gewisse Beruhigung und Stabilität im Land ein. Auch kommt der Tourismus so langsam wieder in Schwung.“

Auf das Bewerberauswahlseminar folgte das Warten auf eine Zusage, ein anderer Vorschlag für ein anderes Projekt oder eine Absage von EIRENE.

Ich saß mit meiner Mutter im Arztwartezimmer als der Anruf kam: Ich würde ab diesem Jahr im August ein Jahr in der Organisation St. Francis im Child-Sponsorship-Department leben, und arbeiten. Nach dem Telefongespräch hörte ich den ganzen Tag nicht auf zu strahlen.

Es folgten dann viele organisatorische Dinge: Mappen anlegen für wichtige Unterlagen, Formulare ausfüllen, Texte für das Visum schreiben, in Kontakt mit St. Francis treten, ein Bankkonto einrichten etc., und daneben auch noch mein Abitur schreiben.

Das Wichtigste jedoch, war das Gründen eines Kreises von Menschen, die mich sowohl finanziell, als auch moralisch bei meinem Freiwilligendienst unterstützten werden.

Zwei Wochen vor meiner Abreise fuhr ich noch zu dem letzten Seminar von EIRENE: Dem Ausreisekurs. Diese zwei Wochen hatten mir noch einmal gezeigt wieso ich dieses Jahr mache. Es hatte mich gestärkt und mir Mut gemacht diesen Weg zu gehen. Wir „Ausreisenden“ unterstützen uns gegenseitig und hatten fast alle die gleichen Fragen an unser Leben.

Vor allem sind wir aber auch als „Ugandis“ zu einer tollen Gruppe zusammengewachsen und ich habe sehr gute neue Freunde in unserer Gruppe gefunden.

Nach diesen zwei Wochen waren wir alle bereit und sehr aufgeregt in ein paar Tagen Richtung Uganda aufzubrechen.

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