Reisen in Uganda mit „Riesenbussen“ und meine erste Woche in Mbarara

Nach einer aufregenden Woche in der Hauptstadt fuhr ich dann mit Ricarda und Gabsi Richtung Mbarara. Das Konzept an sich war einfach: Koffer packen, mit dem Taxi zum Buspark fahren und dann 5 Stunden Richtung Südwesten düsen. Die Umsetzung war schwieriger:

Als wir am Buspark ankamen wurden wir sofort von den „Conductern“ der verschiedenen Busmarken umringt. Von allen Seiten kamen Hände, die unser Gepäck zum Bus bringen wollten. Wir waren umringt von einer Menge in der jeder uns überzeugen wollte mit seinem Gefährt zu fahren. Bei all diesem Chaos um uns herum waren wir gänzlich überfordert. Ich klammerte mich an meinen Koffer und schleppte mich mit meinen anderen 5 Taschen (à eindeutig zu viel Gepäck!!) durch den überfüllten Buspark. Als wir dann endlich unseren „Globalcoachbus“ erreichten (die Marke hatte uns Beate empfohlen) und unser Gepäck im Laderaum verstaut war, ließen wir uns erschöpft auf unsere Sitze fallen.

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DSCF6333Die Fahrt war dann aber wirklich sehr interessant. Sobald wir dem Großstadtgetümmel entkommen waren, fuhren wir auf dem ugandischen Highway durch die wunderschöne ugandische Landschaft. Als ich zum ersten Mal die grünen Hügel und die vielen Matookeplantagen sah, wurde mir bewusst, das Winston Churchill es mit seiner Aussage „Uganda: die grüne Perle Afrikas“ nicht besser hätte treffen können. Ich vergaß für einen kurzen Augenblick, dass ich mich in Afrika befinde.

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ugandischer „Cateringservice“

Die Fahrt an sich war dann nach einer Weile doch sehr lange und wir bekamen auch bald Hunger. Da kam uns der „Cateringservice alla ugandischen Art“ sehr gelegen. Sobald ein Bus in einem Vorort anhält, kommen gleich viele Händler angestürmt und verkaufen Chapati, Bananen, Fleischspieße und alle anderen Arten von ugandischen Snacks. Als Reisender lehnst du dich nur aus deinem Fenster und bekommst deine Essenswünsche durch das Fenster gereicht. Ricarda und ich gönnten uns ein Chapati (Fladenbrot) und einen Fleischspieß. Beim Fleischspieß waren wir dann aber doch ein wenig skeptisch, weil es zu Beginn immer hieß: Nichts von der Straße kaufen, erst recht kein Fleisch. Dass man diese Regel unmöglich einhalten kann, wurde mir in den darauf folgenden Wochen bewusst. Überall, vor allem abends werden Sachen auf der Straße verkauft. Sei es Rolex (Chapati mit Omelette gerollt), oder selbstgemachte Fries. Das kommt einem dann manchmal sehr gelegen, wenn man nicht jeden Abend kochen will.

Nach fünf Stunden Fahrt kamen Ricarda und ich dann in Mbarara an, der Kleinstadt in der wir beide für ein Jahr leben und arbeiten werden.

Als wir uns dann mit unserem Gepäck aus dem Bus gequetscht hatten, wurden wir von Theresa begrüßt, die ein Jahr als Freiwillige von EIRENE im Hospiz in Mbarara gearbeitet hatte. Sie half uns in der kommenden Woche uns in der Stadt zurecht zu finden und zeigte uns die wichtigsten Plätze in unserer neuen Heimat.

Vom Buspark wurde ich von Frank Vuciri, einem der Chefs des Child Sponsorship Departments von St. Francis, und Paul einem irischen Freiwilligen abgeholt. Ich aß dann noch mit Paul in meinem Haus zu Abend. Danach war ich allerdings alleine und sollte es auch die ganze Woche bleiben. Tagsüber lernte ich die Organisation und die Mitarbeiter kennen und unternahm etwas mit Ricarda. Abends allerdings saß ich meistens alleine in meinem Haus. Das führte dann irgendwann dazu, dass ich mich in meinen Erinnerungen an zu Hause vergrub und nicht wirklich in meinem neuen zu Hause ankommen konnte.

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mein erstes Zimmer in Mbarara
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